Nur wenige Elektroautos in 2012 verkauft

Ca. 4.500 Elektroautos zählte man in Deutschland wohl Anfang 2012. Nicht eben viel, und deshalb zitiert man unsere Kanzlerin auf dem Gipfel zur Elektromobilität Anfang Oktober 2012 mit:

„Das Ziel, eine Million (Elektro)Autos im Jahre 2020 auf den Straßen zu haben, wird man nicht ganz einfach erreichen.“

In den USA sind sie nicht besser dran, hat sich das U.S. Department of Energy doch erst kürzlich von dem Obama’schen 1-Mio-Elektroautos-Ziel für das Jahr 2015 verabschieden müssen.

Beide Ziele waren also doch zu engagiert. Oder eher „utopisch“, zumindest wenn man den aktuellen Verkaufszahlen aus 2012vertraut (in Klammern der Anteil an allen Neuzulassungen):

  • Germany: 2.956 (0,1%)
  • Frankreich: 5.663 (0,3%)
  • Norwegen: 4.358 (3,16%)
  • England: 1.262 (0,06%)
  • Italien: 520 (0,04%)
  • Spanien: 398  (0,06%)

In Summe in der EU also weniger als 20.000 neue Elektroautos in einem Kfz-Markt mit jährlich 12 Mio. Neuzulassungen. Glaubt man der Insider-Szene, dann werden ein Großteil der Elektroautos auch noch als Vorführwagen, von Unternehmen aus Imagegründen oder für Car-Sharing-Services eingesetzt. Weit entfernt von einem Endkonsumenten-Produkt.

Gründe für den mangelnden Absatz gibt es einige: Anschaffungskosten, Reichweite oder fehlende Lademöglichkeiten beispielsweise. Es könnte natürlich aber auch am mangelnden Angebot liegen: Unter den Modellen wie Tesla Roadster und Model S, Mitsubishi i-miev, Opel Ampera, Nissan Leaf, smart electric drive, Renault Zoe etc. ist zwar für jeden Geschmack was dabei. Aber die bezahlbaren und verfügbaren EV’s muss man sich dann schon rauspicken. So beträgt die Wartezeit auf einen smart electric drive derzeit angeblich noch 3 – 6 Monate.

Positive Signale kommen jedoch aus der Schweiz: Hier stiegen die Neuzulassungen in 2012 um 27,5% und damit fuhren Anfang 2013 1.800 Elektroautos in den Schweizer Tälern. 

FAZIT:

Das Großprojekt Elektromobilität ist zwar im Gange, wenn auch mit kleinen Schritten. Wollen wir nur hoffen, dass Deutschland wenigstens mal EIN Großprojekt gestemmt bekommt.

Tiefststand – 74 km

Tja, das ist leider „Minusrekord“: 74 km angegebene Reichweite bei voller Batterieladung. Der bisher niedrigste Wert, den ich beim smart electric drive hatte. Trotz Tiefgarage und „smarter Fahrweise“ am Vortag… Die 5 Grad scheinen der Batterie zuzusetzen. Wäre wirklich interessant zu erfahren, nach welcher Formel der Bordcomputer die Reichweite berechnet. Vielleicht lernt er aber einfach zu gut dazu und befürchtet zu wissen, was auf ihn zukommen kann.

Nur 74 km

Nur 74 km Reichweite bei voller Ladung möglich?

10 Jahre KFZ-Steuerbefreiung für Elektro-Autos – Mehr Witz als Wille

Kurz nach der Zulassung meines smart ED bekam ich die Steuerbefreiung schriftlich: 5 Jahre. Erstmal, denn der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verlängerung auf 10 Jahre Steuerbefreiung wurde im Oktober 2012 verabschiedet, aber scheinbar noch nicht eingerechnet.

Kfz Steuerbefreiung

10 Jahre Steuerbefreiung klingt erstmal viel, ist aber eine eher übersichtliche Finanzspritze. Denn die „normale“ KFZ-Steuer für den smart ED (berechnet nach dem zulässigem Gesamtgewicht) beliefe sich auf 6 x 11,25 = 67,50 Euro / Jahr*. Die Förderung beläuft sich also auf 675 Euro in 10 Jahren. Und das bei ca. 25% Mehrkosten für ein Elektro-Auto.

Die Kalkulation der potenziellen KFZ-Steuern für die unterschiedlichen smart-Varianten offenbart weitere strukturelle Mängel in der Besteuerung von Elektro-Autos. Denn gemäß Kraftfahrzeugsteuergesetz liegt die KFZ-Steuer bei:

  • 20 Euro für einen smart mhd (Super bleifrei)
  • 67,50 Euro für den smart electric drive UPDATE: Lt. Kommentar von Nico gibt www.kfz-steuer.de für 2013 ff. einen Tarif von 33 Euro jährlich aus
  • 76 Euro für ein smart Diesel

Der emissionsfreie smart electriv drive ist damit 3 mal teurer als die fossile Variante und lediglich 10% günstiger als der smart Diesel.  Irgendwie konsequent unsinnig.

Und eine letzte, kleine Anekdote zeigt wie unreif das Thema Elektromobilität Ende 2012 in Deutschland noch ist:

Bei der Zulassung im November 2012 war mein smart ED wohl das erste Elektroauto im Neuhausener Bürgerbüro. Denn die Eingabe des CO2-Wertes „000“ überforderte mehrfach die Verwaltungssoftware, und erst durch kollegiale Mithilfe und Telefonsupport konnte die Dame mein Auto mit meinem Wunschkennzeichen erfolgreich anmelden.

Kfz Zulassung FAZIT:

Da warten noch einige Schlaglöcher auf dem Weg zu 1 Million Elektro-Autos in 2020.

* Berechnet nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz unter §9 (1) 3 mit 1.015 Kilo zulässigem Gesamtgewicht des smart electric drive.