Elektromobilität und meinereiner

Meine „E“-Geschichte: 2008 in San Francisco hat es mich gepackt. Beim Spazierengehen stieß ich auf einen „merkwürdigen“ Typen: Kleiner Mann, großer Helm, dickes Bike. Ein „merk“würdiges Bike mit dickem Rahmen, dicken Reifen und merkwürdiger Radnabe. Ein Ultra Motor A2B Metro. Das Pedelec mit flotter Beschleunigung bis 20 und weiterer Unterstützung bis 35 km/h. Dave, der Fahrer, war damals gerade auf dem Rückweg einer Testfahrt mit dem A2B und hat mir gleich begeistert verraten, wo der Bike Store zu finden ist. Ich also nix wie hin und das Bike probegefahren. Einfach genial. Ich glaube beschleunigt wurde mit Daumenhebel am rechten Griff, und ein kurzes Drücken zog auch meine knappen 2 Zentner die Straßen von San Francisco locker rauf und runter. Ein faszinierendes Erlebnis.

Inzwischen gibt’s die Ultras z.B. auch bei e-mocom in München, eines hab ich inzwischen auch im Tesla-Store stehen sehen.

Ultra Motor A2B Metro

Begegnung mit einem Ultra Motor A2B Metro-Testfahrer in San Francisco

Den zweiten „Elektro-Kick“ bekam ich 2009 bei einer halbtägigen Segway Tour durch Paris. Die Vorgängerversion bin ich damals zwar schon mal gefahren, aber der Segway PT war schon unbandig schnell, zuverlässig und locker zu bedienen.

Segway Paris 2009

Segway Tour in Paris

Wer sich bei einer Probefahrt mit einem Tesla Roadster nicht von der Fazination Elektromobilität begeistern lässt, bei dem funktioniert die Adrenalinproduktion nicht wirklich. Die Probefahrt in München hat jedenfalls heftige Wirkung hinterlassen. Der Kaufpreis lag allerdings im sechsstelligen, und damit für mich völlig unrealistischen Bereich.

Tesla Roadster

Probefahrt in einem Tesla Roadster

Also schaut man sich eine Nummer kleiner um. Und so stieg ich Ende 2011 in den smart electric drive Generation 2. Und war ebenfalls begeistert und hab den Nachfolger sofort reserviert:

Zwischendurch hatte ich nochmal die Möglichkeit mich in den Renault Twizzy zu quetschen und ihn die Straße rauf und runter zu beschleunigen:

Renault TwizzyEin durchaus interessantes Konzept. Aber eher ein spaßiges Go-Kart als ein Alltagsauto.

Und so wurde es dann doch der smart electric drive gen 3.

smart elektric drive

smart electric drive 3. Generation, 55kw

Soweit meine E-Story. To be continued…

Nur wenige Elektroautos in 2012 verkauft

Ca. 4.500 Elektroautos zählte man in Deutschland wohl Anfang 2012. Nicht eben viel, und deshalb zitiert man unsere Kanzlerin auf dem Gipfel zur Elektromobilität Anfang Oktober 2012 mit:

„Das Ziel, eine Million (Elektro)Autos im Jahre 2020 auf den Straßen zu haben, wird man nicht ganz einfach erreichen.“

In den USA sind sie nicht besser dran, hat sich das U.S. Department of Energy doch erst kürzlich von dem Obama’schen 1-Mio-Elektroautos-Ziel für das Jahr 2015 verabschieden müssen.

Beide Ziele waren also doch zu engagiert. Oder eher „utopisch“, zumindest wenn man den aktuellen Verkaufszahlen aus 2012vertraut (in Klammern der Anteil an allen Neuzulassungen):

  • Germany: 2.956 (0,1%)
  • Frankreich: 5.663 (0,3%)
  • Norwegen: 4.358 (3,16%)
  • England: 1.262 (0,06%)
  • Italien: 520 (0,04%)
  • Spanien: 398  (0,06%)

In Summe in der EU also weniger als 20.000 neue Elektroautos in einem Kfz-Markt mit jährlich 12 Mio. Neuzulassungen. Glaubt man der Insider-Szene, dann werden ein Großteil der Elektroautos auch noch als Vorführwagen, von Unternehmen aus Imagegründen oder für Car-Sharing-Services eingesetzt. Weit entfernt von einem Endkonsumenten-Produkt.

Gründe für den mangelnden Absatz gibt es einige: Anschaffungskosten, Reichweite oder fehlende Lademöglichkeiten beispielsweise. Es könnte natürlich aber auch am mangelnden Angebot liegen: Unter den Modellen wie Tesla Roadster und Model S, Mitsubishi i-miev, Opel Ampera, Nissan Leaf, smart electric drive, Renault Zoe etc. ist zwar für jeden Geschmack was dabei. Aber die bezahlbaren und verfügbaren EV’s muss man sich dann schon rauspicken. So beträgt die Wartezeit auf einen smart electric drive derzeit angeblich noch 3 – 6 Monate.

Positive Signale kommen jedoch aus der Schweiz: Hier stiegen die Neuzulassungen in 2012 um 27,5% und damit fuhren Anfang 2013 1.800 Elektroautos in den Schweizer Tälern. 

FAZIT:

Das Großprojekt Elektromobilität ist zwar im Gange, wenn auch mit kleinen Schritten. Wollen wir nur hoffen, dass Deutschland wenigstens mal EIN Großprojekt gestemmt bekommt.

Pling, Pling. Das BMVBS als Erklärbär zum Thema Elektromobilität

Das Bundesministerium für Verkehr uvm. erklärt Elektromobilität in einem 2:30er:

„Einmal aufladen bitte! Bis 2020 sollen mindestens eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren“

Plingpling. Leider fehlen jegliche Zahlen zum aktuellen Stand und konkrete Daten zu laufenden Förderprojekten. Zudem bekommt man als aktiver EV-Fahrer bei den „2 Milliarden Euro Förderung“ echt schlechte Laune, weil man als privater Vorreiter davon NIX sieht.