Sommer-Rekord: 3,64 € pro 100 km

Respekt! ø 14,4 kW/h auf 100 km! Das macht 3,64 € Ökostrom.

Nach der heftigen Erkenntnis, dass winterliche Temperaturen schnell zu einer Halbierung der Reichweite führen können sind das doch wohltuende Werte. Und die sind nicht etwa einer „optimierten Fahrweise“ zu verdanken. Denn gerade bei sommerlichen Temperaturen steigt der geräuschlose Fahrspass im elektrischen Cabrio, und das ein oder andere „Ampelrennen“ mit großvolumigen 5er BMW’lern ist dann auch noch mit dabei 😉

Energieverbrauch

Sommerliche Temperaturen halbieren den Stromverbrauch

Damit ergibt sich folgender Zwischenstand nach 233 Tagen smart electric drive:

  • 5.291 Kilometer gefahren
  • 300 € Stromkosten (Ökostrom)

Und die Ladeprofilanzeige in der iPhone-App zeigt endlich auch mal vernünftige Reichweiten:

Ladeprofil

154 km Reichweite bei 100% Ladezustand

Winterfazit: Stromkosten 6,70 € auf 100 km

Tja, der Winter fordert definitiv seinen Tribut. Nach dem ersten Fazit bei 480 km Mitte Dezember ernüchtert der aktuelle Blick auf die Zahlen noch mehr: Nach insgesamt 2.271 gefahrenen „Stadt“-Kilometer seit November 2012 gilt:

  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 27 km/h
  • Fahrweise: Normal bis sportlich
  • Temperaturmittel Dez 2012 – Feb 2013: 0,3 Grad
  • Durchschnittsverbrauch: 26,5 kWh
  • Kosten pro kWh SMW-Ökostrom: 25,32 ct. (inkl. MwSt.)
  • Stromkosten pro 100 km: 6,70 €

Frühlingshafte 125

Aber nun bekommt er wohl Frühlingsgefühle: Heut begrüßt mich der smart ED mit einer erstaunlichen Reichweitenangabe: 125km! Damit scheint er aber eher die sehr moderate Fahrweise am Freitag zu würdigen. Dann wollen wir mal sehen…

 

10 Jahre KFZ-Steuerbefreiung für Elektro-Autos – Mehr Witz als Wille

Kurz nach der Zulassung meines smart ED bekam ich die Steuerbefreiung schriftlich: 5 Jahre. Erstmal, denn der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verlängerung auf 10 Jahre Steuerbefreiung wurde im Oktober 2012 verabschiedet, aber scheinbar noch nicht eingerechnet.

Kfz Steuerbefreiung

10 Jahre Steuerbefreiung klingt erstmal viel, ist aber eine eher übersichtliche Finanzspritze. Denn die „normale“ KFZ-Steuer für den smart ED (berechnet nach dem zulässigem Gesamtgewicht) beliefe sich auf 6 x 11,25 = 67,50 Euro / Jahr*. Die Förderung beläuft sich also auf 675 Euro in 10 Jahren. Und das bei ca. 25% Mehrkosten für ein Elektro-Auto.

Die Kalkulation der potenziellen KFZ-Steuern für die unterschiedlichen smart-Varianten offenbart weitere strukturelle Mängel in der Besteuerung von Elektro-Autos. Denn gemäß Kraftfahrzeugsteuergesetz liegt die KFZ-Steuer bei:

  • 20 Euro für einen smart mhd (Super bleifrei)
  • 67,50 Euro für den smart electric drive UPDATE: Lt. Kommentar von Nico gibt www.kfz-steuer.de für 2013 ff. einen Tarif von 33 Euro jährlich aus
  • 76 Euro für ein smart Diesel

Der emissionsfreie smart electriv drive ist damit 3 mal teurer als die fossile Variante und lediglich 10% günstiger als der smart Diesel.  Irgendwie konsequent unsinnig.

Und eine letzte, kleine Anekdote zeigt wie unreif das Thema Elektromobilität Ende 2012 in Deutschland noch ist:

Bei der Zulassung im November 2012 war mein smart ED wohl das erste Elektroauto im Neuhausener Bürgerbüro. Denn die Eingabe des CO2-Wertes „000“ überforderte mehrfach die Verwaltungssoftware, und erst durch kollegiale Mithilfe und Telefonsupport konnte die Dame mein Auto mit meinem Wunschkennzeichen erfolgreich anmelden.

Kfz Zulassung FAZIT:

Da warten noch einige Schlaglöcher auf dem Weg zu 1 Million Elektro-Autos in 2020.

* Berechnet nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz unter §9 (1) 3 mit 1.015 Kilo zulässigem Gesamtgewicht des smart electric drive.

Erster Er“fahr“ungsbericht

Seit 3 Wochen bin Besitzer eines von ca. 2.500 in 2012 zugelassenen rein elektisch betriebenen Autos und fahre mit der Kraft von Wasser und Wind:

  • smart fortwo electric drive, 55 kW, Cabrio, Sitzheizung, Klima, Multimedia-Navi (mit Bluetooth für iPhone), Soundsystem, Tagfahrlicht, Lenkrad mit manueller Rekuperation
smart electric drive

Unser smart ED, liebevoll auch auch „Wall-E“ genannt, bei der Fahrzeugübergabe im smart center München

Neupreis knapp 25.000 Euro brutto zzgl. Batterie. Bei Vollkostenrechnung bleibt nach Steuer eine Nettobelastung von 360 Euro im Monat, ca. 23% teurer als ein vergleichbarer „fossiler“ smart passion.

Lohnt sich der Spass?

Nach ca. 650 km kann ich sagen: Definitiv! Der Fahrspass, die Beschleunigung, die Ruhe… unvergleichbar. Kein Warmlaufen, kein Kuppeln, keine nervigen Schaltvorgänge. Nur Einsteigen, Schlüssel drehen und los. Und das bei ca. 3 Euro 5 Euro Ökostromkosten pro 100 km. Sicherlich, ich bin vorbelastet, bin ich doch aus Schwabigner Parkplatznot seit 2003 smart-Fahrer und habe über die Jahre das urbane Fortbewegungskonzept schätzen und lieben gelernt. Für die Münchner City und Kurzstrecken ist das unschlagbar.

Ich hab‘ mir mal die ersten Top 7 und Flop 7 Punkte notiert:

Was begeistert: Die TOP 7

  1. Die Alltagstauglichkeit
    Im Ernst: Hier kann man nur Lob aussprechen. Im Vergleich zu dem Vorgänger gibt es – bis auf die Reichweite – keinerlei Einschränkungen. Einsteigen, geräuschlos losfahren. Fertig.
  2. Die Beschleunigung
    Kurz und knapp: Ein Knaller! Ich bin ja über 80 PS aus meinem alten smart Brabus gewohnt, oder die über 100 PS des neuen smart Brabus. Aus meiner Sicht aber kein Vergleich zu den 30 kW permanent und 55 kW (75 PS) spitze beim Kickdown, die einen wie am Gummiband in 4,6 Sek. von 0 – 60 km/h katapultieren.
  3. Die Lautlosigkeit
    Auch wenn bei der EU bereits Pläne zur verpflichtenden Installation eines Soundsystems bei EV’s bestehen… Bis dahin bleibt das geräuschlose Gleiten einfach unvergleichlicher Genuss.
  4. Die Rekuperation
    Ich habe das Sportlenkrad mit manueller Rekuperation und kann so das „Rückladen“ mit den „Paddels“ in den Stufen 0 – 2 regeln. Der Effekt: Das Abbremsen erledigt sich auf Stufe 2 fast vollständig und die Bremsen benötigt man lediglich um den smart an der Ampel zum Stillstand zu bringen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob die Bremsen nach den 400 Kilometer überhaupt schon „eingefahren“ sind und würde schon fast behaupten, dass die Bremsklötze und -scheiben damit in die Kategorie „verschleissfreie Teile“ rutschen.
  5. Das Multimedia-System und der Sound
    Ich war sehr überrascht von dieser Zusatzausstattung: Touchscreen, problemlose Bluetooth-Kopplung, Musik via Bluetooth vom iPhone (perfekt zum Podcast hören), von CD oder vom USB Stick. In der Kombination mit dem Soundsystem perfekt für den kleinen Flitzer.
  6. Das Vorheizen und die Heizung
    Obwohl ich das Angebot nicht wirklich oft nutze, weil die Sitze sogar im Winter sehr viel Wärme zurückspielen und der smart bei uns in der Tiefgarage steht. Die Heizung arbeitet sogar bei tiefen Temperaturen bereits auf niedrigster Stufe klasse.
  7. Das Fahrverhalten
    Durch den tieferen Schwerpunkt liegt der smart perfekt auf der Strasse. Auch ohne Brabus Sportfahrwerk. ABS und ESR arbeiten einwandfrei, und selbst auf glatten Strassen harmoniert hier alles erstaunlich gut miteinander. Die Servolenkung ist top.

Was weniger begeistert: Die FLOP 7

  1. Die Reichweite und Reichweitenberechnung
    Im Beitrag „Nur 80 km Reichweite!“ hab ich schon davon berichtet: Von den kolportieren „145 km Reichweite“ bleiben bei winterlichen Verhältnissen gerade mal stabile 80 km übrig. Nicht gerade viel. Damit steigt der Verbrauch auch auf über 5 Euro / 100 km. Nicht gerade wenig. Das war ein erster Lerneffekt, aber der andere nötigt einem noch mehr Denkleistung ab: Wie berechnet sich eigentlich die kalkulierte Reichweite? Diese Frage wäre mal mit den Ingenieuren zu diskutieren. Denn dieses Wissen würde einem etwas Sicherheit zurückgeben. Die geht schnell verloren, wenn bei einer vollen Batterieladung gerade mal 82 km Reichweite angezeigt werden. Die Reichweitenangabe wird scheinbar auf Basis der letzten Ladevorgänge, dem letzten Verbrauch und Fahrweise berechnet. Aber, wie gesagt, das ist nur der Gerüchteküche entnommen.
  2. Lüftung
    Die Lüftung ist – nach der Reichweite – die Achillesferse beim smart electric drive. Bereits in Stufe 1 ist sie zu laut und dominant. Nicht nur das, sie raubt dem smart electric drive auch spontan 10% Reichweite. Unabhängig von der Temperatureinstellung. Die Lüftung / Heizung ist für mich neben der Reichweitenberechnung eine weitere Black-Box der Konstruktion. Weder kann ich nachvollziehen, warum man sie nicht leiser bauen kann. Noch, warum sie soviel Strom zieht. Es fehlt eindeutig eine kleinere, geräuschlosere Stufe die lediglich für etwas Frischluftzufuhr sorgt.
  3. Die Rekuperations-Rückstellung
    Leider stellt sich die Rekuperation bei jedem Fahrzeugstart wieder auf die mittlere Stufe „1“ zurück. Ich hätte gerne die Stufe „2“ als Standard.
  4. Der Rekuperations-Effekt
    Auch in der kräftigeren Stufe „2“ hab ich noch keinen Effekt auf die Reichweite ausmachen können. Hier wünscht man sich einen größeren Einfluss.
  5. Das Gaspedal
    Ja, auch hier gibt’s was zu meckern: Das Gaspedal-Druck ist für meinen Geschmack zu kräftig und die Anordnung ist mehr als suboptimal. Es liegt zu weit an der Mittelkonsole und durch einen Konstruktionsfehler reibt man mit den Schuhen auch noch an einer Befestigungsschnalle. Das führt zu unschönen Kratzspuren im Lederschuh.
  6. Die Heckklappe
    Das war schon ein Manko beim alten smart Cabrio: Die Heckklappe hat beim Öffnen keinen Verzögerungsmechanismus und „knallt“ einfach nach unten. Das muss wirklich nicht sein und nervt gewaltig.
  7. Die Armlehne
    Eine Armlehne im smart scheint so notwendig wie UGG-Boots im Sommer, aber ich gönnte mir doch eine. Vielleicht ist es meiner Körpergröße von 195cm geschuldet, aber für mich ist sie zu weit zum Fahrer hin gebogen und stört eher, als dass sie unterstützt.

FAZIT:

Nachhaltig, rasant, innovativ: Kaufempfehlung!

Erstes Fazit: 6 Euro Ökostrom auf 100 Kilometer

Die ersten winterlichen 480 Kilometer mit dem smart ED liegen nun hinter uns. Da lohnt sich schon mal der Blick auf den Stromzähler: 130 kWh! Das wären ganze 27,1 kWh / 100 km bzw. € 6,15 / 100 km (bei einem Ökostrompreis von 22,7 ct/kWh). Und auch der Verbrauch nach Bordcomputer (durchschnittlich 24,4 kWh / 100 km) ergibt rechnerisch € 5,54 / 100 km.

< UPDATE: Der Unterschied von Stromzähler zu Bordcomputer ergibt sich durch das morgentliche vorprogrammierte automatische Aufheizen. D.h. der smart wärmt sich bis zur Abfahrtszeit um 08.00 Uhr vorprogrammiert auf, wenn die Batterie geladen und das Auto am Strom hängt. Daher die Differenz von Stromzähler zu Bordcomputer.>

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Wie auch immer, das ist beides schon zapfig, verwundert und enttäuscht etwas. Denn auf der smart Website wird von „145 km … mit einer einzigen Batterieladung“ von 17,6 kWh gesprochen. Das wären 12,1 kWh / 100 km (€ 2,75).

Im smart Prospekt ist unter „Stromverbauch“ die Rede von:

Fahren mit 100 % Strom tut nicht nur zu 100 % der Umwelt gut, sondern auch zu 100 % Ihrem Geldbeutel. Denn auf 100 km verbraucht der smart fortwo electric drive 15,1 bzw. 14,3 kWh, abhängig davon, ob die Batterie nach der Fahrt über eine Haushaltssteckdose oder eine Wallbox wiederbeladen wird.

Also, 15,1 kWh / 100 km (€ 3,43) bei Aufladung via 230V Steckdose.

Fazit

Die Reichweitenthematik wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen. Sicherlich sind das aktuell nicht die besten Bedingungen für eine Batterie. Lüftung, Licht und Stadtverkehr fordern ihre Opfer. So kolportieren unterschiedlichen Quellen eine Reichweitenreduzierung von ca. 25% bei Elektroautos im Winter. Aber bei mit durchschnittlich 80 km Reichweite und über 5 Euro pro 100 km beim smart ED liege ich schon ein ganzes Stück unter meiner Erwartung.

Hoffen wir also auf das Frühjahr…

Wieviel mehr kostet ein Elektroauto?

Das Experiment „alternative Fortbewegung“ wird nicht günstiger als die fossile Variante. Das war mir durchaus bewusst. Aber wieviel mehr kostet der Spass nun wirklich?

Für unseren smartED habe ich das mal im hochgerechnet: Das „smart fortwo electric drive cabrio“ hat im Vergleich zum „smart fortwo passion cabrio“ mit vergleichbarer Ausstattung einen ca. 26% höheren Neupreis (netto, ohne Batterie). Aber wie hoch wird der Unterschied in der monatlichen Nettobelastung nach Berücksichtigung aller Anschaffungs-, Betriebskosten und Steuereffekte bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 42%?

Unter den Voraussetzungen:

  • Betrieb als Dienstwagen (Freiberuf)
  • Leasing 3 Jahre
  • Anzahlung 4.000 Euro netto
  • 10.000 KM Laufleistung / Jahr
  • Spritpreis 1,60 Euro (brutto, Super), Verbrauch ca. 5 Liter / 100 KM
  • Strompreis 22 ct/ kWh (brutto, Ökostrom), Verbrauch ca. 16 kWh / 100 KM
  • Instandhaltung + Fahrzeugpflege
  • Steuer + Versicherung
  • Verteilung der Anschaffungsnebenkosten auf die Leasingdauer
  • Installation Stromanschluss Garage
  • Berücksichtigung der Batterie-Sonderregelung bei der 1%-Regel

kostet der smart electric drive 365 Euro und der smart passion 296 Euro pro Monat. Damit ergibt sich eine monatliche Nettomehrbelastung von 69 Euro, also 23% mehr.

Nun… das ist mir Elektromobilität mit Ökostrom wert…