Routenplanung a’la Volt – achte genau auf dein Routenprofil!

Der nachfolgende Effekt ist für Flachlandtiroler sicherlich zu vernachlässigen. Aber mich hat’s bei einem kurzen Ausflug ins Allgäu kalt erwischt. Denn da geht’s – wen wundert’s – bergauf!

Merke: Bei einer Routenplanung mit einem Elektroauto in Bayern ist nicht nur die Entfernung, sondern natürlich auch das Routenprofil zu beachten. Sprich, der Höhenunterschied zwischen Start und Ziel, und letztlich auch das das Auf und Ab dazwischen. Mit einem Verbrenner fällt einem das eigentlich nur bei einer Spritztour in Gletscherskigebiete auf. Ein Elektroauto aber kostet eine hügelige Wegstrecke schon mal schnell 10 – 15% der Reichweite.

Vor kurzem besuchte ich meine Oma, wohnhaft in Hohenfurch.

  • Entfernung von München: 81 km.
  • Verfügbare Reichweite lt. Display: 110 km.

Kein Problem, dachte ich. Auf Langstrecke mit durchschnittlich 100 km/h und ohne große Beschleunigungsanstrengungen rollt Wallie locker seine 120 km, egal bei welchem Wetter. Dachte ich. Als ich auf dem Hinweg trotz anfänglich voller Ladung mit den letzten 5% ins Dorf kroch, da wusste ich: Da ist einiges in den Anstiegen auf der Strecke geblieben. Der Grund: Hohenfurch liegt knapp 200 Meter höher, und die Strecke dorthin hat auch noch die ein und andere größere Rampe. ABER: Nach dem Rückweg am Abend hatte bei der Ankunft in München noch über 20% auf der Uhr.

Lerneffekt: Langstrecke bleibt also auch hinsichtlich des Höhenprofils eine Herausforderung.

Die Lösung:

smart bietet in der smart Vehicle Homepage eine Routenberechnung mit Reichweitenvorhersage. Damit wird die Reichweite anhand des zu erwartenden Routenprofils prognostiziert. Hier mal ein Beispiel: Aktuell steht der smart mit 92% Ladezustand bei uns. Das ergibt – berechnet auf Basis des Durchschnittverbrauchs der letzten 75 km – eine aktuell mögliche Reichweite von 67 km:

Routenplanung mit Reichweitenvorhersage

Routenplanung mit Reichweitenvorhersage

Würde ich also jetzt nach Hohenfurch fahren, also 200 Höhenmeter „aufwärts“, dann wäre auf dem Hinweg nach 65 km Schluss:

Routenplanung mit Höhenprofil

Routenplanung mit Höhenprofil – nur 65 km auf dem Hinweg

Auf dem Rückweg würde mir bei gleicher Ladung jedoch erst nach 73 km an der Münchner Stadtgrenze die Puste ausgehen. Theoretisch.

Routenplanung mit Höhenprofil

Auf dem Rückweg sind schon 73 km möglich

Damit ist der Routenplaner zumindest eine erste Hilfe. Verlassen würde ich mich jedoch keinesfalls auf die angegebenen 65 km Reichweite für den Hinweg. Die Rückreise würde ich wagen.

Sommer-Rekord: 3,64 € pro 100 km

Respekt! ø 14,4 kW/h auf 100 km! Das macht 3,64 € Ökostrom.

Nach der heftigen Erkenntnis, dass winterliche Temperaturen schnell zu einer Halbierung der Reichweite führen können sind das doch wohltuende Werte. Und die sind nicht etwa einer „optimierten Fahrweise“ zu verdanken. Denn gerade bei sommerlichen Temperaturen steigt der geräuschlose Fahrspass im elektrischen Cabrio, und das ein oder andere „Ampelrennen“ mit großvolumigen 5er BMW’lern ist dann auch noch mit dabei 😉

Energieverbrauch

Sommerliche Temperaturen halbieren den Stromverbrauch

Damit ergibt sich folgender Zwischenstand nach 233 Tagen smart electric drive:

  • 5.291 Kilometer gefahren
  • 300 € Stromkosten (Ökostrom)

Und die Ladeprofilanzeige in der iPhone-App zeigt endlich auch mal vernünftige Reichweiten:

Ladeprofil

154 km Reichweite bei 100% Ladezustand

Winterfazit: Stromkosten 6,70 € auf 100 km

Tja, der Winter fordert definitiv seinen Tribut. Nach dem ersten Fazit bei 480 km Mitte Dezember ernüchtert der aktuelle Blick auf die Zahlen noch mehr: Nach insgesamt 2.271 gefahrenen „Stadt“-Kilometer seit November 2012 gilt:

  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 27 km/h
  • Fahrweise: Normal bis sportlich
  • Temperaturmittel Dez 2012 – Feb 2013: 0,3 Grad
  • Durchschnittsverbrauch: 26,5 kWh
  • Kosten pro kWh SMW-Ökostrom: 25,32 ct. (inkl. MwSt.)
  • Stromkosten pro 100 km: 6,70 €

Frühlingshafte 125

Aber nun bekommt er wohl Frühlingsgefühle: Heut begrüßt mich der smart ED mit einer erstaunlichen Reichweitenangabe: 125km! Damit scheint er aber eher die sehr moderate Fahrweise am Freitag zu würdigen. Dann wollen wir mal sehen…

 

Tiefststand – 74 km

Tja, das ist leider „Minusrekord“: 74 km angegebene Reichweite bei voller Batterieladung. Der bisher niedrigste Wert, den ich beim smart electric drive hatte. Trotz Tiefgarage und „smarter Fahrweise“ am Vortag… Die 5 Grad scheinen der Batterie zuzusetzen. Wäre wirklich interessant zu erfahren, nach welcher Formel der Bordcomputer die Reichweite berechnet. Vielleicht lernt er aber einfach zu gut dazu und befürchtet zu wissen, was auf ihn zukommen kann.

Nur 74 km

Nur 74 km Reichweite bei voller Ladung möglich?

Nur 80 km Reichweite! Der smart electric drive im Winter-Härtetest

Nikolaus-Tag 2012 in München: Minus 3 Grad Celsius, Schneefall, glatte Straßen, Verkehrschaos und ein geplanter Besuch bei Freunden in Heimstetten am Abend. Ideale Bedingungen für einen ersten Härtetest. Aber dass es am Ende doch spannend wurde hatte ich nicht gedacht. Denn mit dem letzten Kilowatt schaffte es der electric drive an die rettende Steckdose. Nach nur 79 km ReichweiteWinter

8.00 Uhr, 96 km Reichweite verspricht die Anzeige bei voller Ladung. Lüftung und Heizung sind heute Pflicht und kosten schon mal 10% Reichweite.

Auf den schneeglatten Nebenstraßen machen sich ESP und ABS zuverlässig bemerkbar. Den ESP-Fahrassistenten hab ich schon bei meinem smart Brabus schätzen gelernt. Funktioniert sauber und verhindert fast jedes Driften auf glattem Untergrund. Interessant ist beim electric drive allerdings das ABS. Denn auf glatten Straßen rutscht einem aufgrund die Rekupertation der Hintern schnell weg. Bei der Rekuperation dienen die Hinterräder und der Motor als „Dynamo“ und erzeugen beim Verzögern Strom für die Batterie. Die Rekuperation lässt sich am Lenkrad in drei Stufen einstellen: Von 0 bis 2. Stufe 2 sollte man bei schnee- und spiegelglatten Straßen vermeiden, denn so tendiert der smart hinten zu blockieren. Das ABS reagiert dann logischerweise durch ruckelndes Abbremsen der Vorderräder und das Fahrzeug bekommt kurzfristig eine interessante – aber beherrschbare – Dynamik.

17.30 Uhr: Absolutes Chaos dann auf dem Weg vom Büro nach Schwabing Nord im schneebelasteten Berufsverkehr. Auf dem Mittleren Ring ist Stillstand, ich brauche 50 Minuten für 5,4 km! Das geht gewaltig auf die Reichweite, denn der Verbrauch steigt durch Lüftung, Heizung und Licht auf den Maximalwert 35 kWh/100km. Und der fordert seinen Tribut. Beim Start Richtung Heimstetten sind 43 km übrig. Spannend, denn knapp 50 km liegen für Hin- und Rückfahrt vor uns. Und das ohne Ladekabel im Kofferraum. Vergessen. Sheit!

Der Weg nach Heimstetten verläuft über die A94 und Landstraße, ich spekuliere auf energiesparende Fahrweise und lande mit einem ECO-Wert von 93% und einer Restreichweite von 32 km in Heimstetten. Das sollte für die 24 km Rückweg reichen. Aber: Es wurde knapp, denn zuerst erscheint „HV-Batterie auf Reserve“ und 3 Kilometer vor dem Ziel schaltet die Anzeige noch auf „Low Battery„. Und das ist kein gutes Zeichen. Aber dann doch geschafft, die Batterie werde ich ein ander Mal auspowern. Nicht heute.

Lowbattery Fazit

  • 80 Kilometer Reichweite kann man im Winter gut kalkulieren, außer es treten außergewöhnliche Umstände wie längerer Stau etc. ein.
  • Die Lüftung mit Heizung kostet pauschal 10% Reichweite. Im Gegensatz zu der Sitzheizung.
  • Ich spekuliere dennoch auf die versprochenen 150 km Reichweite im kuscheligen Frühjahr

<UPDATE>: 125 km-Marke geknackt

Mitglied Drago aus der elweb-Community hat Mitte Dezember 2012 mit einer Autobahnfahrt die 125 km-Marke geknackt und kam bei seinem Trip auf ca. 14 kWh/100. Reichweite geht also auch im Winter.