Ein weiteres Urteil über den smart ED

Nach meinen Beitrag „Erfahrungen mit 1 Jahr smart fortwo electric drive“ haben sich Susanne & Friedrich mit einer langen und sehr netten Mail gemeldet. Sie wohnen in Lauf bei Nürnberg, sind ebenfalls seit 10 Jahren smart-Fans und nun seit November 2013 smart ED Fahrer. Ich will Euch Teile des Feedbacks nicht vorenthalten. Selbstverständlich nach Rücksprache mit Friedrich.

Der E-Smart kommt bei uns überwiegend für den Weg von Lauf (Wohnort) nach Nürnberg (Arbeit) zum Einsatz. Das sind einfach rd. 20km und mit ein wenig drumherum (Einkaufen / Fitness etc.) so knappe 45-50km am Tag.

Sie haben also inzwischen rund 1.500 km auf der „Stromuhr“, und ihre Pros und Cons überschneiden sich größtenteils mit meinen Erfahrungen:

Positiv:

  • Genialer Abzug, Beschleunigung im Stadtverkehr. Auch bei noch rollenden Einfahren in eine Kreuzung oder Abbiegevorgängen ist man ideal im Verkehrsfluss drin wo man sich früher eher zurückgehalten hätte mit Anfahrschwäche / Trägheit durch das Schalten
  • Auch Überholvorgänge, die man sich früher mit dem CDI außerorts so um die 80km/h eher verkniffen hat sind mit der Kick-Down Funktion im ED kein Thema mehr
  • Rekuperations-Pedale lassen bequem zwischen Segeln und Bremsen hin- und herschalten. Bei vorausschauender Fahrweise braucht man die normale Bremse gerade noch zum Stillstand.
  • Hervorragende und schnelle Klimatisierung / Heizung, praktisch wie an einem Heizlüfter an der Steckdose. Einschalten und schon kommt die angenehme Wärme auf Scheibe und Innenraum. Und das nicht nur für Komfort sonder besonders für beschlag- und eisfreie Scheiben.
  • Auch die Standklimatisierung ist ein nettes Feature was auch mit der Vehicle Homepage an der Garage im Eigenheim gut funktioniert und sich bequem programmieren lässt.
  • Einfach ruhiges und entspanntes Fahrverhalten, kein 3-Zylinder Geknatter, Vibration oder sonst was …
  • Exakter Reiserechner / Restreichweite / Verbrauchsanzeige (gegengemessen mit Strommesser an der 220V „Tankstelle“)

Allerdings stellen wir ähnliche Nachteile fest:

Negativ:

  • Leider der relativ hohe Verbrauch bei winterlichen Temperaturen, da schmilzt die Reichweite schon drastisch nach unten.
  • Immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig im Winter mit Restreichweite < 100km in der Garage loszufahren, bei einem Verbrenner denkt man erst ab Reserveanzeige mal ans Tanken, dass ist mit einem E-Fahrzeug definitiv anders wenn der Batteriezeiger in den roten 20% Bereich abfällt steigt der Blutdruck ein wenig.
  • Heizung auf 18° und Gebläse Stufe I schon so kräftig, dass man das Gefühl hat diese zehrt mächtig an der HV Batterie. Die Auslegung der elektrischen Heizung wirkt überdimensioniert für das kleine Auto.
  • Etwas gewöhnungsbedürftige Bedienung des Bordcomputers für Fahrzeugeinstellungen (z.B. Ladestrombegrenzung / Zeitgesteuertes Laden etc.). Da wäre sicher mit dem Touchscreen des großen Radios mal mehr Bedienkomfort / Visualisierung drin …

Besonders bei den Lüftungsgeräuschen der Heizung gebe ich Friedrich recht. Wirklich unangenehm in einem Auto, das sonst keinerlei Geräusche macht (außer dem Aggregat für Servolenkung und Bremsen, welches alle paar Minuten kurz zu hören ist). Ich hatte das auch schon mal beim Chefentwickler des smart ED angesprochen, und eine leisere Lüftungsmechanik war scheinbar nicht mehr im Entwicklungsbudget.

Für unsere „Hausstrecke“ Lauf / Nürnberg / Lauf zur täglichen Arbeit und drum herum rücken aber die aufgeführten Nachteile in den Hintergrund. Wir möchten nicht mehr zurück zum Verbrenner …
Mit Rückblick auf die letzten Wochen lag der Durchschnittsverbrauch (ohne Einschränkungen wie Abschalten von Heizung / Lüftung / Radio etc. ) bei rd. 20kWh/100km. Das schwankt dann je nach Temperatur und Fahrstil / Strecke zwischen 18 – 23 kWh/100km. Damit ergaben sich Reichweiten von 77 bis 96km.
Die Stromkosten (Ökostrom mit 0,25 € /kWh) lagen damit im Schnitt bei 5,00 € auf 100km Fahrstrecke. Das schwankt mit den jeweiligen Verbrauchswerten zwischen 4,60 € – 5,80 €.
Mit Rückblick auf den CDI und einem Durchschnittsverbrauch von 4,8l/100km auf den gleichen Fahrstrecken / Fahrverhalten wären dies je nach Dieselpreis wohl zwischen 6,50 – 7,00 €. Und mal ehrlich, im Stadtverkehr im Winter hat sich ein CDI auch gerne mal einen guten Liter mehr gegönnt.
Wir sind also schon mal gespannt auf die Verbrauchswerte im Frühjahr / Sommer bei „Batteriewohlfühltemperaturen“ um die 20°C und dabei aufgrund von Ihren Erfahrungen sehr optimistisch bzgl. größerer Reichweite / geringerem Verbrauch.

Und darauf könnt ihr Euch berechtigterweise freuen. Denn im Frühjahr macht das geräuschlose Gleiten noch mehr Spass, und der Verbrauch rutscht bei Eurer Entfernung wahrscheinlich in die 3 €/100 km-Region. Ich schaffe es schon im Stadtverkehr auf 3,5 €.

Viel Spass weiterhin mit dem EV, und vielen Dank für das Feedback!

Routenplanung a’la Volt – achte genau auf dein Routenprofil!

Der nachfolgende Effekt ist für Flachlandtiroler sicherlich zu vernachlässigen. Aber mich hat’s bei einem kurzen Ausflug ins Allgäu kalt erwischt. Denn da geht’s – wen wundert’s – bergauf!

Merke: Bei einer Routenplanung mit einem Elektroauto in Bayern ist nicht nur die Entfernung, sondern natürlich auch das Routenprofil zu beachten. Sprich, der Höhenunterschied zwischen Start und Ziel, und letztlich auch das das Auf und Ab dazwischen. Mit einem Verbrenner fällt einem das eigentlich nur bei einer Spritztour in Gletscherskigebiete auf. Ein Elektroauto aber kostet eine hügelige Wegstrecke schon mal schnell 10 – 15% der Reichweite.

Vor kurzem besuchte ich meine Oma, wohnhaft in Hohenfurch.

  • Entfernung von München: 81 km.
  • Verfügbare Reichweite lt. Display: 110 km.

Kein Problem, dachte ich. Auf Langstrecke mit durchschnittlich 100 km/h und ohne große Beschleunigungsanstrengungen rollt Wallie locker seine 120 km, egal bei welchem Wetter. Dachte ich. Als ich auf dem Hinweg trotz anfänglich voller Ladung mit den letzten 5% ins Dorf kroch, da wusste ich: Da ist einiges in den Anstiegen auf der Strecke geblieben. Der Grund: Hohenfurch liegt knapp 200 Meter höher, und die Strecke dorthin hat auch noch die ein und andere größere Rampe. ABER: Nach dem Rückweg am Abend hatte bei der Ankunft in München noch über 20% auf der Uhr.

Lerneffekt: Langstrecke bleibt also auch hinsichtlich des Höhenprofils eine Herausforderung.

Die Lösung:

smart bietet in der smart Vehicle Homepage eine Routenberechnung mit Reichweitenvorhersage. Damit wird die Reichweite anhand des zu erwartenden Routenprofils prognostiziert. Hier mal ein Beispiel: Aktuell steht der smart mit 92% Ladezustand bei uns. Das ergibt – berechnet auf Basis des Durchschnittverbrauchs der letzten 75 km – eine aktuell mögliche Reichweite von 67 km:

Routenplanung mit Reichweitenvorhersage

Routenplanung mit Reichweitenvorhersage

Würde ich also jetzt nach Hohenfurch fahren, also 200 Höhenmeter „aufwärts“, dann wäre auf dem Hinweg nach 65 km Schluss:

Routenplanung mit Höhenprofil

Routenplanung mit Höhenprofil – nur 65 km auf dem Hinweg

Auf dem Rückweg würde mir bei gleicher Ladung jedoch erst nach 73 km an der Münchner Stadtgrenze die Puste ausgehen. Theoretisch.

Routenplanung mit Höhenprofil

Auf dem Rückweg sind schon 73 km möglich

Damit ist der Routenplaner zumindest eine erste Hilfe. Verlassen würde ich mich jedoch keinesfalls auf die angegebenen 65 km Reichweite für den Hinweg. Die Rückreise würde ich wagen.

Winterfazit: Stromkosten 6,70 € auf 100 km

Tja, der Winter fordert definitiv seinen Tribut. Nach dem ersten Fazit bei 480 km Mitte Dezember ernüchtert der aktuelle Blick auf die Zahlen noch mehr: Nach insgesamt 2.271 gefahrenen „Stadt“-Kilometer seit November 2012 gilt:

  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 27 km/h
  • Fahrweise: Normal bis sportlich
  • Temperaturmittel Dez 2012 – Feb 2013: 0,3 Grad
  • Durchschnittsverbrauch: 26,5 kWh
  • Kosten pro kWh SMW-Ökostrom: 25,32 ct. (inkl. MwSt.)
  • Stromkosten pro 100 km: 6,70 €

Frühlingshafte 125

Aber nun bekommt er wohl Frühlingsgefühle: Heut begrüßt mich der smart ED mit einer erstaunlichen Reichweitenangabe: 125km! Damit scheint er aber eher die sehr moderate Fahrweise am Freitag zu würdigen. Dann wollen wir mal sehen…

 

Erster Er“fahr“ungsbericht

Seit 3 Wochen bin Besitzer eines von ca. 2.500 in 2012 zugelassenen rein elektisch betriebenen Autos und fahre mit der Kraft von Wasser und Wind:

  • smart fortwo electric drive, 55 kW, Cabrio, Sitzheizung, Klima, Multimedia-Navi (mit Bluetooth für iPhone), Soundsystem, Tagfahrlicht, Lenkrad mit manueller Rekuperation
smart electric drive

Unser smart ED, liebevoll auch auch „Wall-E“ genannt, bei der Fahrzeugübergabe im smart center München

Neupreis knapp 25.000 Euro brutto zzgl. Batterie. Bei Vollkostenrechnung bleibt nach Steuer eine Nettobelastung von 360 Euro im Monat, ca. 23% teurer als ein vergleichbarer „fossiler“ smart passion.

Lohnt sich der Spass?

Nach ca. 650 km kann ich sagen: Definitiv! Der Fahrspass, die Beschleunigung, die Ruhe… unvergleichbar. Kein Warmlaufen, kein Kuppeln, keine nervigen Schaltvorgänge. Nur Einsteigen, Schlüssel drehen und los. Und das bei ca. 3 Euro 5 Euro Ökostromkosten pro 100 km. Sicherlich, ich bin vorbelastet, bin ich doch aus Schwabigner Parkplatznot seit 2003 smart-Fahrer und habe über die Jahre das urbane Fortbewegungskonzept schätzen und lieben gelernt. Für die Münchner City und Kurzstrecken ist das unschlagbar.

Ich hab‘ mir mal die ersten Top 7 und Flop 7 Punkte notiert:

Was begeistert: Die TOP 7

  1. Die Alltagstauglichkeit
    Im Ernst: Hier kann man nur Lob aussprechen. Im Vergleich zu dem Vorgänger gibt es – bis auf die Reichweite – keinerlei Einschränkungen. Einsteigen, geräuschlos losfahren. Fertig.
  2. Die Beschleunigung
    Kurz und knapp: Ein Knaller! Ich bin ja über 80 PS aus meinem alten smart Brabus gewohnt, oder die über 100 PS des neuen smart Brabus. Aus meiner Sicht aber kein Vergleich zu den 30 kW permanent und 55 kW (75 PS) spitze beim Kickdown, die einen wie am Gummiband in 4,6 Sek. von 0 – 60 km/h katapultieren.
  3. Die Lautlosigkeit
    Auch wenn bei der EU bereits Pläne zur verpflichtenden Installation eines Soundsystems bei EV’s bestehen… Bis dahin bleibt das geräuschlose Gleiten einfach unvergleichlicher Genuss.
  4. Die Rekuperation
    Ich habe das Sportlenkrad mit manueller Rekuperation und kann so das „Rückladen“ mit den „Paddels“ in den Stufen 0 – 2 regeln. Der Effekt: Das Abbremsen erledigt sich auf Stufe 2 fast vollständig und die Bremsen benötigt man lediglich um den smart an der Ampel zum Stillstand zu bringen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob die Bremsen nach den 400 Kilometer überhaupt schon „eingefahren“ sind und würde schon fast behaupten, dass die Bremsklötze und -scheiben damit in die Kategorie „verschleissfreie Teile“ rutschen.
  5. Das Multimedia-System und der Sound
    Ich war sehr überrascht von dieser Zusatzausstattung: Touchscreen, problemlose Bluetooth-Kopplung, Musik via Bluetooth vom iPhone (perfekt zum Podcast hören), von CD oder vom USB Stick. In der Kombination mit dem Soundsystem perfekt für den kleinen Flitzer.
  6. Das Vorheizen und die Heizung
    Obwohl ich das Angebot nicht wirklich oft nutze, weil die Sitze sogar im Winter sehr viel Wärme zurückspielen und der smart bei uns in der Tiefgarage steht. Die Heizung arbeitet sogar bei tiefen Temperaturen bereits auf niedrigster Stufe klasse.
  7. Das Fahrverhalten
    Durch den tieferen Schwerpunkt liegt der smart perfekt auf der Strasse. Auch ohne Brabus Sportfahrwerk. ABS und ESR arbeiten einwandfrei, und selbst auf glatten Strassen harmoniert hier alles erstaunlich gut miteinander. Die Servolenkung ist top.

Was weniger begeistert: Die FLOP 7

  1. Die Reichweite und Reichweitenberechnung
    Im Beitrag „Nur 80 km Reichweite!“ hab ich schon davon berichtet: Von den kolportieren „145 km Reichweite“ bleiben bei winterlichen Verhältnissen gerade mal stabile 80 km übrig. Nicht gerade viel. Damit steigt der Verbrauch auch auf über 5 Euro / 100 km. Nicht gerade wenig. Das war ein erster Lerneffekt, aber der andere nötigt einem noch mehr Denkleistung ab: Wie berechnet sich eigentlich die kalkulierte Reichweite? Diese Frage wäre mal mit den Ingenieuren zu diskutieren. Denn dieses Wissen würde einem etwas Sicherheit zurückgeben. Die geht schnell verloren, wenn bei einer vollen Batterieladung gerade mal 82 km Reichweite angezeigt werden. Die Reichweitenangabe wird scheinbar auf Basis der letzten Ladevorgänge, dem letzten Verbrauch und Fahrweise berechnet. Aber, wie gesagt, das ist nur der Gerüchteküche entnommen.
  2. Lüftung
    Die Lüftung ist – nach der Reichweite – die Achillesferse beim smart electric drive. Bereits in Stufe 1 ist sie zu laut und dominant. Nicht nur das, sie raubt dem smart electric drive auch spontan 10% Reichweite. Unabhängig von der Temperatureinstellung. Die Lüftung / Heizung ist für mich neben der Reichweitenberechnung eine weitere Black-Box der Konstruktion. Weder kann ich nachvollziehen, warum man sie nicht leiser bauen kann. Noch, warum sie soviel Strom zieht. Es fehlt eindeutig eine kleinere, geräuschlosere Stufe die lediglich für etwas Frischluftzufuhr sorgt.
  3. Die Rekuperations-Rückstellung
    Leider stellt sich die Rekuperation bei jedem Fahrzeugstart wieder auf die mittlere Stufe „1“ zurück. Ich hätte gerne die Stufe „2“ als Standard.
  4. Der Rekuperations-Effekt
    Auch in der kräftigeren Stufe „2“ hab ich noch keinen Effekt auf die Reichweite ausmachen können. Hier wünscht man sich einen größeren Einfluss.
  5. Das Gaspedal
    Ja, auch hier gibt’s was zu meckern: Das Gaspedal-Druck ist für meinen Geschmack zu kräftig und die Anordnung ist mehr als suboptimal. Es liegt zu weit an der Mittelkonsole und durch einen Konstruktionsfehler reibt man mit den Schuhen auch noch an einer Befestigungsschnalle. Das führt zu unschönen Kratzspuren im Lederschuh.
  6. Die Heckklappe
    Das war schon ein Manko beim alten smart Cabrio: Die Heckklappe hat beim Öffnen keinen Verzögerungsmechanismus und „knallt“ einfach nach unten. Das muss wirklich nicht sein und nervt gewaltig.
  7. Die Armlehne
    Eine Armlehne im smart scheint so notwendig wie UGG-Boots im Sommer, aber ich gönnte mir doch eine. Vielleicht ist es meiner Körpergröße von 195cm geschuldet, aber für mich ist sie zu weit zum Fahrer hin gebogen und stört eher, als dass sie unterstützt.

FAZIT:

Nachhaltig, rasant, innovativ: Kaufempfehlung!

Nur 80 km Reichweite! Der smart electric drive im Winter-Härtetest

Nikolaus-Tag 2012 in München: Minus 3 Grad Celsius, Schneefall, glatte Straßen, Verkehrschaos und ein geplanter Besuch bei Freunden in Heimstetten am Abend. Ideale Bedingungen für einen ersten Härtetest. Aber dass es am Ende doch spannend wurde hatte ich nicht gedacht. Denn mit dem letzten Kilowatt schaffte es der electric drive an die rettende Steckdose. Nach nur 79 km ReichweiteWinter

8.00 Uhr, 96 km Reichweite verspricht die Anzeige bei voller Ladung. Lüftung und Heizung sind heute Pflicht und kosten schon mal 10% Reichweite.

Auf den schneeglatten Nebenstraßen machen sich ESP und ABS zuverlässig bemerkbar. Den ESP-Fahrassistenten hab ich schon bei meinem smart Brabus schätzen gelernt. Funktioniert sauber und verhindert fast jedes Driften auf glattem Untergrund. Interessant ist beim electric drive allerdings das ABS. Denn auf glatten Straßen rutscht einem aufgrund die Rekupertation der Hintern schnell weg. Bei der Rekuperation dienen die Hinterräder und der Motor als „Dynamo“ und erzeugen beim Verzögern Strom für die Batterie. Die Rekuperation lässt sich am Lenkrad in drei Stufen einstellen: Von 0 bis 2. Stufe 2 sollte man bei schnee- und spiegelglatten Straßen vermeiden, denn so tendiert der smart hinten zu blockieren. Das ABS reagiert dann logischerweise durch ruckelndes Abbremsen der Vorderräder und das Fahrzeug bekommt kurzfristig eine interessante – aber beherrschbare – Dynamik.

17.30 Uhr: Absolutes Chaos dann auf dem Weg vom Büro nach Schwabing Nord im schneebelasteten Berufsverkehr. Auf dem Mittleren Ring ist Stillstand, ich brauche 50 Minuten für 5,4 km! Das geht gewaltig auf die Reichweite, denn der Verbrauch steigt durch Lüftung, Heizung und Licht auf den Maximalwert 35 kWh/100km. Und der fordert seinen Tribut. Beim Start Richtung Heimstetten sind 43 km übrig. Spannend, denn knapp 50 km liegen für Hin- und Rückfahrt vor uns. Und das ohne Ladekabel im Kofferraum. Vergessen. Sheit!

Der Weg nach Heimstetten verläuft über die A94 und Landstraße, ich spekuliere auf energiesparende Fahrweise und lande mit einem ECO-Wert von 93% und einer Restreichweite von 32 km in Heimstetten. Das sollte für die 24 km Rückweg reichen. Aber: Es wurde knapp, denn zuerst erscheint „HV-Batterie auf Reserve“ und 3 Kilometer vor dem Ziel schaltet die Anzeige noch auf „Low Battery„. Und das ist kein gutes Zeichen. Aber dann doch geschafft, die Batterie werde ich ein ander Mal auspowern. Nicht heute.

Lowbattery Fazit

  • 80 Kilometer Reichweite kann man im Winter gut kalkulieren, außer es treten außergewöhnliche Umstände wie längerer Stau etc. ein.
  • Die Lüftung mit Heizung kostet pauschal 10% Reichweite. Im Gegensatz zu der Sitzheizung.
  • Ich spekuliere dennoch auf die versprochenen 150 km Reichweite im kuscheligen Frühjahr

<UPDATE>: 125 km-Marke geknackt

Mitglied Drago aus der elweb-Community hat Mitte Dezember 2012 mit einer Autobahnfahrt die 125 km-Marke geknackt und kam bei seinem Trip auf ca. 14 kWh/100. Reichweite geht also auch im Winter.